Agiles Projektmanagement (PM)

Agiles Projektmanagement (PM)

Das sogenannte Agile Projektmanagement hat seinen Ursprung in der Softwareentwicklung. Mit der zunehmenden Komplexität von Softwareprojekten im Laufe der letzten Jahrzehnte wurde der Wunsch nach flexiblen und dynamischen Prozessmodellen größer.

 

Im Zuge dessen wurden eine Reihe von Management-Techniken entwickelt, die sich nicht nur auf die Software-Entwicklung anwenden lassen. Bekannte Beispiele sind Scrum und Kanban. Sie reduzieren veraltete Projektmanagement-Modelle wie z. B. das Wasserfall-Modell auf wenige Grundprinzipien und verzichten weitestgehend auf feste Regeln. Mittlerweile werden unter dem Begriff unterschiedliche Agile Methoden zusammengefasst.

Im Allgemeinen orientiert sich das Agile Projektmanagement an vier Leitlinien:

 

1. Individuen und Interaktionen sind wichtiger als Prozesse und Werkzeuge

 

Die Prämisse ist hier, die Akteure in den Vordergrund zu stellen, welche die Projektschritte ausführen. Welche konkreten Prozesse oder Methoden sie anwenden, ist zweitrangig und richtet sich nach den Erfordernissen der Situation.

 

 

2. Eine funktionierendes Produkt ist wichtiger als eine ausführliche Dokumentation

 

Oft stehen die Weiterentwicklung eines Produkts und die Dokumentation des bisher Erreichten in Projekten in einem Konflikt. Agiles Projektmanagement fordert, immer die Weiterentwicklung des Produkts und seine grundlegende Funktionsfähigkeit in den Vordergrund zu stellen, bevor Aufwand in die Dokumentation fließt.

 

 

3. Zusammenarbeit mit dem Kunden ist wichtiger als Vertragsverhandlungen

 

Vertragsverhandlungen sind oft langwierig und teuer. Sie sollen dazu dienen, klare Erwartungen und Ergebnisse („Deliverables“) zu definieren. Agile Methoden legen den Fokus dagegen auf einen schnellen Arbeitsbeginn und eine intensive Zusammenarbeit mit den Stakeholdern. Fehlende Schriftstücke sollen durch eine ausführliche Kommunikation kompensiert werden.

 

 

4. Auf Veränderungen reagieren ist wichtiger als einem festen Plan zu folgen

 

Ein bekanntes Sprichwort besagt: 1. Es kommt immer anders, 2. als man denkt.

 

Das trifft auf Projekte im Besonderen zu. Klassisches Projektmanagement hat einen begrenzten Spielraum, um auf unerwartete Ereignisse zu reagieren. Häufig wird nur der Zeitplan angepasst oder es müssen aufwendige Änderungen am Produkt vorgenommen werden, die den Kunden möglicherweise nicht zufriedenstellen. Agiles Projektmanagement denkt vom Kunden aus und versucht, das unter den neuen, veränderten Umständen bestmögliche Ergebnis für den Kunden zu erzielen.

Das agile Projektmanagement zeichnet sich durch ein iteratives, inkrementelles Vorgehen aus. Ein Projekt wird in zeitliche Etappen (Iterationen) unterteilt. Am Ende einer jeden Etappe steht ein Produktinkrement, d.h. ein voll funktionsfähiges Zwischenprodukt.

 

Die Zwischenprodukte der sogenannten Sprints werden dem Auftraggeber zur Kontrolle vorgelegt. Auf Basis des Feedbacks folgt die weitere Produktentwicklung.

 

Im Gegensatz zu einem klassischen Projektverlauf wird das Projekt hier nicht vollständig durchgeplant. Anpassungen an neue Rahmenbedingungen sind auch während der Projektzeit möglich.

 

Beim klassischen Projektmanagement sind also Zeit und Aufwand variabel, während Umfang und Aufgabe fest definiert sind.

Beim agilen Projektmanagement sind Zeit und Aufwand festgelegt, während der Umfang variabel ist.

Die 12 Grundprinzipien des Agilen Manifest

 

Zugrunde liegt das Agile Manifest, was im Jahre 2001 entstanden ist. In diesem Manifest sind auch die zwölf Grundprinzipien des agilen Arbeitens verankert:

 

  1. Die Kundenzufriedenheit hat höchste Priorität und soll durch schnelle und fortwährende Auslieferungen erreicht werden.
  2. Die sich verändernden Rahmenbedingungen während eines Projekts müssen jederzeit beachtet werden, um dem Kunden einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.
  3. Der Service oder das Produkt wird mit höherer Frequenz ausgeliefert.
  4. Entwickler und Stakeholder müssen auf täglicher Basis eng kooperieren.
  5. Die Teams werden mit allen notwendigen Tools unterstützt und bleiben jederzeit motiviert, um optimale Ergebnisse zu gewährleisten.
  6. Für einen schnellen Erfolg sollten Meetings von Angesicht zu Angesicht durchgeführt werden.
  7. Ein fertiges und intaktes Produkt ist das Messinstrument für den Erfolg.
  8. Durch die agilen Prozesse wird eine nachhaltige Entwicklung gewährleistet.
  9. Die Agilität soll durch einen Fokus auf technische Exzellenz und angemessenes Design gesteigert werden.
  10. Simplizität ist ein wichtiger Bestandteil des Arbeitsprozesses.
  11. Mit großer Wahrscheinlichkeit erzielen die Teams die besten Erfolge, die sich selbst organisieren und ihre eigenen Strukturen erarbeiten.
  12. Die Arbeit wird durch die Teams in regelmäßigen Abständen überprüft und verbessert.

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